Harald Rupf | Bündtenweg 12 | CH-4464 Maisprach | Telefon +41 61 843 12 00 | E-Mail info@activaudio.ch

Modifikation einer ISOSTATIC RP-200A

Die ISOSTATIC – Baureihe der Schweizer Firma ACR hat Lautsprecher – Geschichte geschrieben – und heute ist sie wieder aktueller denn je...

Anfangs der 80er Jahre, wo sämtliche Lautsprecherhersteller noch biedere Rechteckkisten mit Kalotten - Mittel- und Hochtönern konstruierten, bot das ACR Repertoire bereits innovative Lautsprecherkonzepte wie Radialhörner und Pyramiden-Gehäuse an. Bestückt mit feinsten japanischen Hightech-Treibern, welche damals technisch und qualitativ noch weit vor den europäischen Erzeugnissen lagen.
Der damalige ACR-Chefentwickler Harald Rupf legte dann erst richtig los und brachte neben zahlreichen Innovationen z.B. die QUBIC-LINE, ein Konzept mit auf- und zeitrichtig zurückversetzten Mitteltongehäusen und freistehenden Hochtonsystemen sowie abgeschrägten Kanten. Ein Design, das später auch von z.B. B&W u.a. fast identisch aufgegriffen und umgesetzt wurde – erfolgreich bis heute noch...

Der absolute Hammerschlag aber war die Geburt der legendären ISOSTATIC – Serie. Kernstück der Serie war und ist der superschnelle und phasenneutrale Magnetostaten-Mitteltöner und der zugehörige Hochtöner. Diesen eigentlichen Dipol-Strahler in ein geschlossenes, stark bedämpftes Gehäuse, also einen „akustischen Sumpf“ einzubauen, war erst- und einmalig. Das innovative, strömungsoptimierte Gehäusekonzept mit abgeschrägten Kanten, Kevlar-Bassmittelton-Treiber (bei den grösseren Modellen) und hochwertigen Fostex-Basstreibern mit Silicon-Beschichtung rundeten das herausragende Gesamtkonzept noch ab. Dass man diese hochwertigen Hightech-Geräte zu einem äusserst günstigen Preis als Komplettbausatz mit Gehäuse erstehen konnte, kommentierte damals eine deutsche Fachzeitschrift wie folgt: Nun muss sich die Konkurrenz von ACR aber sehr warm anziehen. So viel Hightech-Qualität zu diesem Preis können die Mitbewerber wohl höchstens noch als Kamikaze-Aktion verbuchen...

Shooting-Stars der ISOSTATIC-Linie waren die RP-200 und RP-300. Die 300er mit ihrem 4-Wege-Konzept und dem fülligen 30er Bass war (und ist) eine richtige Männerbox, die 200er mit ihren etwas zierlicheren Proportionen der sogenannte VW Golf GTI im Rennstall.

Und mit genau dieser setzen wir uns nun auseinander:

Die ISOSTATIC RP-200 ist im mittleren Preissegment wohl der meistverkaufte Lautsprecherbausatz aller Zeiten. Tausendfach stehen die Lautsprecher noch bei ihren höchst zufriedenen Kunden und funktionieren tadellos – und dies nach 20 bis 25 Jahren. Immer wieder kommen Anfragen wie: „Gibt’s noch Ersatzteile, falls mal etwas defekt wäre?“, oder „Gibt’s irgendwelche Modifikations-Möglichkeiten nach all den Jahren?“. Hier folgt die Fotostory eines Kunden, der seine „ISO-200“ hat umbauen lassen.

Die RP-200 ist ein klassisches 3-Wege-System mit Doppelbass-Bestückung und getrennten Kammern, Bassreflex nach hinten. Trennfrequenzen 800 / 5000 Hz. Wenn man von „Schwachstellen“ reden darf, dann gibt es deren zwei bei diesem Lautsprecher:
Der erstere ist Materialbedingt und betrifft die Basschassis. Die ersten Modelle (welche nicht in Serie gingen) und Prototypen waren mit den herausragenden FOSTEX Woofern FW-200 bestückt. Da dieser Chassissatz aber preislich gleich lag wie das grössere Modell RP-250 (4-Wege-Bestückung mit FW-250 und FW-180), und man die ISOSTATIC-Technologie einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen wollte, verwendete man letztendlich die günstigeren Woofer eines deutschen Herstellers (Eton/LPG) SC-200. Diese waren mit einer beschichteten KST-Membrane (Bextrene) und deutlich schwächeren Antriebssystemen (Magnete/Schwingspulen) ausgestattet. Die Bass-Wiedergabe war weicher und langsamer, hinkte dem superschnellen Mitteltöner hinten nach.
Die zweite „Schwachstelle“ ist prinzipbedingt und ein Problem, das sämtliche passiven Mehrwege-Lautsprecher mit schnellen Mittel- und Hochton-Treibern betrifft: Die Impulse (Frequenzanteile der Musik) werden von den einzelnen Baugruppen unterschiedlich schnell verarbeitet und aufgrund der Chassisanordnung in ein und derselben Schallwand (die Schwingspulen der Bässe liegt ca. 8 cm hinter der Membrane des Mitteltöners) zeitlich versetzt losgeschickt. Mit der Folge, dass die Musikanteile im Bass- und Grundtonbereich viel später am Hörplatz eintreffen als die dazugehörigen Mittel- und Obertöne. Ein inhomogenes, räumlich vordergründiges und „quäkig schreiendes“ Klangbild ist die Folge, vor allem bei höheren Lautstärken.

Ist man stolzer Besitzer einer altehrwürdigen „ISO-200“, hat man nun folgende Möglichkeiten zur Modifikation: Ersatz der „alten“ Basschassis durch moderne, schnelle Basstreiber mit beschichteten Carbon-Gewebe-Membranen und üppig dimensionierten Antrieben. Dies hat die Modifikation der Frequenzweichen-Schaltung zur Folge. Deren Kondensatoren (Elkos) müssten nach 20 Jahren sowieso ausgetauscht werden. Empfehlenswert: generell alle durch höherwertige Typen ersetzten. Die dünnwandigen Plastik-Einschlagrohre werden durch massive BR-Rohre mit Schraubflansch ersetzt – in der den neuen Woofern angepassten Länge. Die Gehäusebedämpfung wird komplett ersetzt (der Noppen-Schaumstoff zersetzt sich nach 20 Jahren, die offenen Poren schliessen sich). Schliesslich ist noch eine Pegelanpassung der Mittel- und Hochtonsysteme an den Bass- und Grundton-Bereich mittels den Festwiderständen auf der Frequenzweiche empfohlen. Dies ist ein individueller Eingriff, da der Wirkungsgrad (Lautstärke) der Treiber in den damaligen Produktionsserien Schwankungen erlebt hat, die heute anhand einer optischen Beurteilung der Chassis nicht mehr schlüssig nachvollziehbar sind (keine Seriennummern). Fazit: es sind also vor allem die ultramassiven Gehäuse und die herausragenden Mittelton-Systeme der RP-200, die heute noch Massstäbe setzen, und nur durch neu gekaufte Lautsprecher weit im 5-stelligen EUR-Preisbereich ersetzbar wären – wenn überhaupt!

So eine Rastauration/Modifikation kostet natürlich Geld – was sich allerdings allemal lohnt, sofern man Freude hat an einer Musikwiedergabe, die einem richtig reinzieht.

Nun bietet Harald Rupf, ACTIVAUDIO CH-4464 Maisprach, einen Umbau an, der ultimativ alles nur erdenkliche aus solchen Lautsprechern herauskitzelt und ein Hörerlebnis in den Raum stellt, das selbst gewaschene Highender nicht zu träumen wagen: Die Bestückung der Lautsprecher mit Aktivmodulen modernster Profitechnologie (Studio-Monitore), welche mehrkanalig aufgebaut und direkt mit einem Signalprozessor (DSP) ausgestattet sind.

Das Musiksignal kommt also direkt vom Vorverstärker, PreOut bei AV-Receivern oder AudioOut bei Soundkarten etc. mittels Cinch- oder symmetrischen (XLR) Kabeln auf die kompakten Module, welche bündig in die Rückwand eingebaut sind.

Dort wird das Signal auf digitaler Ebene in die einzelnen Gruppen (Lautsprecher-Chassis) aufgeteilt, entzerrt und terminiert:
Extrem steilflankige Filter (bis 96 dB/Okt.) gewährleisten minimalste Übergangsbereiche, der Mitteltöner kann bereits bei 500 Hz eingesetzt werden. Entzerrungen in allen nur erdenklichen Varianten ermöglichen die perfekte Korrektur sämtlicher Unlinearitäten der Chassis, Kammfiltereffekte (Gehäusekanten) etc. und ermöglichen eine perfekte Tiefbass-Kompensation (Korrektur des frühzeitigen Bassabfalls) in Kombination eines Hochpass-Filters. Mit einer RP-200 erzeugen wir nun locker den Tiefbass einer RP-300.
Und schliesslich das wichtigste: die einzelnen Baugruppen werden zeitkorrigiert so angesteuert, dass sämtliche Impulse aller Frequenzbereiche gleichzeitig am Hörplatz ankommen! Dort geniessen wir dann ein von den Lautsprechern völlig losgelöstes Klangbild in einer nie gehörten Natürlichkeit und Brillianz.
Die superschnellen Endstufen mit hocheffizienten Class-AD-Schaltnetzteilen sitzen ohne bremsenden Passivfilter-Bauteile direkt an den Chassis und bringen eine unerreichte Klarheit in den gesamten Hörbereich. Der extrem hohe Dämpfungsfaktor erlaubt eine Impulskontrolle im Bassbereich, die selbst brutalste Schlagzeug-Orgien in Originallautstärke knochentrocken von den Lautsprechern völlig losgelöst räumlich abbilden.
Das muss man gehört haben, sonst glaubt man’s nicht! Männerspielzeug eben...

Ein Lautsprecher, der süchtig macht auf Musik, Emotionen auslöst. Die „alte“ Musiksammlung zu neuem Leben erweckt. Was man lange nicht mehr gehört hat, weil angeblich die „Aufnahme“ bescheiden ist, klingt plötzlich einfach „geil“. Details kommen zum Vorschein, die nie gehört wurden. In die alten Vinylplatten hört man rein wie mit einer Lupe in die alten Briefmarken, und hört Dinge, die selbst von den mittlerweile betagten Musikern niemals gehört wurden – da schiessen einem schon mal die Tränen in die Augen...

Ca. 3000 Euro kostet so ein Umbau in der Werkstatt Maisprach, inklusive sämtlichem Material und Programmierungs-Arbeiten der Prozessoren.

Diese verfügen übrigens über 4 Speicherplätze, die vom Kunden selbst angewählt werden können. So könnten also individuell bevorzugte Klangvarianten (z.B. mehr Bass, mehr Höhen etc.) abgespeichert werden.
Oder aber raumkorrigierte Einmessungen, die im Hörraum beim Kunden zuhause gemacht wurden. Speziell bei schwierigen Aufstellungsbedingungen (Lautsprecher in den Raumecken oder freistehend, kleine oder sehr hallige Hörräume, grosser Hörabstand zu den LS etc.) ist das DIE einzige Möglichkeit, das ganze Potenzial der Lautsprecher auszuschöpfen. Eine individuelle Highendlösung jenseits vom Mainstream also, die kaum ein industrieller Hersteller zu keinem Preis anbieten kann.

Nun aber zurück zum Technischen und wie eingangs versprochen die Fotostory:

Download Fotostory als PDF (ca. 2MB)